ISBN 3-939144-86-X                        

„Mit den Händen sprach ihr Herz…“ 

Engelsdorfer Verlag, Leipzig

Roman by baeredel,

Softcover, 177 Seiten 14 x 20 cm,

präsentiert: auf der Leipziger Buchmesse 2006

*** Lesestück ***

„Ja wenn das so ist, ich bin Schwester
Sabine von der Säuglingsstation. Ich
hatte gestern bereits und auch heute
einige Male versucht, hier anzurufen,
aber es hat sich niemand gemeldet.“
Großmutter´s Augen wurden immer
größer. Langsam füllten sie sich mit
Tränen: „Ist das Baby da, und geht es
meiner Prinzessin gut? Ist es ein
Mädchen geworden oder ein Junge?
Nun da kommen sie doch herein. –
Großmutter weinte plötzlich
bitterlich.
„Es ist ein Mädchen geworden.
Mutter und Kind haben die Geburt gut
überstanden.“ sagte Sabine mit einem
Seitenblick auf Rolf, der ihm
bedeuten sollte – sag jetzt bloß nichts
anderes.
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Großmutter ließ sich in den Sessel
fallen. Ihr Gesicht verbarg sie zitternd
in ihren Händen.
Sie weinte und weinte.
Schwester Sabine nahm sie tröstend in
den Arm. Langsam spürte sie, wie
Großmutter ruhiger wurde und das
schüttelnde Weinen nachließ.
Rolf stand hilflos dabei. Er wusste im
Moment nicht was er machen sollte
und war froh, dass Schwester Sabine
mitgekommen war.
Tränenverhangen sah Großmutter auf
Rolf „Würden Sie denn… könnten
Sie vielleicht mal nachsehen, ob das
Telefon wirklich nicht funktioniert?“
Rolf fand das Telefon im Flur. Er
nahm den Hörer ab. Nichts hörte er.
Kein Freizeichen. Tot war die Leitung
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scheinbar. Er sah auch noch nach, ob
der Kabelstecker Kontakt hatte. Ja,
das hatte er.
Da rief er gleich die Störungsstelle an
und meldete den Teilnehmeranschluss
als gestört.
Nach einigen Minuten klingelte das
Telefon. Rolf ging gleich dran, weil er
dachte, dass dies die Störungsstelle
sein könnte.
Tatsächlich!
- Sie wollten nur melden, dass die
Störung gefunden und beseitigt
worden sei, so dass das Telefon nun
wieder ordnungsgemäß funktionieren
würde.- Rolf dankte, legte den Hörer
wieder auf. Er informierte Großmutter
und Sabine, dass mit dem Telefon nun
wieder alles in Ordnung wäre.
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Großmutter erzählte den beiden unter
Schluchzen, dass der Vater des Babys,
also der Ehemann ihrer Prinzessin
gestern tödlich verunglückt sei. Sie
wisse auch nicht, wie sie dies ihrer
Prinzessin nahe bringen sollte.
„Ja, das ist es ja gerade. Deswegen
sind wir auch hier. - Wir wollen Sie
bitten, Ihre Enkelin im Krankenhaus
aufzusuchen. Frau van Dor, ich
glaube, Ihre Enkelin braucht Ihren
Beistand.
Wissen Sie, Frau van Dor hatte die
Nachricht von Tod ihres Mannes
unglücklicherweise aus der Zeitung
entnommen und einen Schock erlitten.
Die Stationsärztin, Frau Dr. Ranke,
gab ihr wohl eine Beruhigungsspritze
und hat sie auf die Intensivstation
verlegen lassen, aber vielleicht
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können Sie ihr ja besser helfen. Sie
haben doch eine viel nähere Bindung
zu ihr als wir.
Das Kleine ist zur Zeit auf der
Säuglingsstation sicher untergebracht.
Nicht wahr?“ Sabine schaut
bedeutungsvoll zu Rolf, „wenn Sie es
schaffen wollen, fahren wir Sie gleich
hin zum Krankenhaus.“
Rolf nickte nur zustimmend.
„Ja wenn Sie das wirklich tun
wollen!“. Großmutter nimmt
aufgeregt, jedoch sehr gerne dies
Angebot an.
- Natürlich, wenn ihre Prinzessin in
Not ist, sie muss zu ihr. Nick ist nicht
mehr. Da muss ich jetzt umso mehr
aufpassen… und das Kleine wieder
auf der Säuglingsstation…
Mein Gott… was hast Du bloß
geschehen lassen, warum das alles? –
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